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Ausgabe: Züritipp Dienstag, 05. April 2005
Artikel: Wer wagt, gewinnt: Salsa-DJ El Malo
     
Am Salsa-Kongress in Los Angeles wird der Zürcher DJ El Malo als einer der fünf weltbesten Salsa-DJs ausgezeichnet.

Von Peter Figlestahler

Salsa. Für Stefano Amato ein magisches Wort. Eines, das die Fusion der latein- und nordamerikanischen Musik in all seinen Varianten und in einem Begriff vereinigt. Tief schürfend und anspruchsvoll ist diese Musik für ihn und politisch bewusster als angloamerikanische Rockmusik.

Der 1975 als Sohn italienischer Einwanderer in Zürich geborene DJ erwähnt in dem Zusammenhang die engagierten, reportageartigen Songs von Rubén Blades, er verweist auf die komplexen Timba-Rhythmen von Los Van Van. Und er führt die enthusiastischen Disco-Beats von Gloria Estefan an und ihre besinnlichen Canciones. Angesichts des weiten musikalischen Spektrums, das Amato kennt, verwundert es einen, dass er sich erst seit fünf Jahren mit Salsa beschäftigt. "Hip Hop und House interessierten mich plötzlich nicht mehr. Sie sind in ein ähnliches Fahrwasser geraten wie der Rock." Eines, das sich zu dieser Zeit kaum entwickelt.

Er besorgte sich alle nur denkbaren Salsa-Platten und setzte sich als DJ El Malo mit den diversen Rhythmen dieser Musik auseinander. Der Besitzer des ehemaligen Chango an der Militärstrasse gab ihm eine erste Chance am DJ-Pult, und Salsa-Kenner wie DJ Copita und El Mono standen ihm mit ihrem Wissen zur Seite. Amato lernte mit Begeisterung, über das Gehör und durch das Gefühl.

EINER DER BESTEN IN SEINEM BEREICH

Mit viel Erfolg: Anfang Mai wird er am Salsa-Kongress in Los Angeles zu einem der fünf weltbesten Salsa-DJs ausgezeichnet. Den Preis erhält er aber nicht für seine "Über-Nacht-wurde-ich-bekannt-Story", sondern weil er sich wie kein Zweiter für die authentische Música Cubana und die Klassiker aus der New Yorker Fania-Ära einsetzte und dies bis heute noch immer tut. "Mein Interesse für diese Musik wird oft als Old School bezeichnet. Für mich ist sie jedoch zeitlos und derjenigen von heute überlegen, weil sie nicht zum Mainstream tendiert."

In seiner ersten eigenen Partyreihe El Barrio und in der CD-Reihe Latin Touch, deren Vol. 2 demnächst erscheint, will er sie deshalb weiterhin propagieren. "Natürlich flechte ich auch da und dort einen Reggaeton oder Rap Cubano ein. So Old School bin ich wiederum auch nicht", sagt er.